Weißen Tauben über Wäldern und Seen

O dornige Träume,
Schmiegt euch heiß und und heißer
Um die Erlösung grübelnde Stirn.
Wilder lodre mein Sehnen,
Lauter rufe mein Flehen:
Erlösender Tag, erwache!

Früher hebt der erlösende Tag
Dann vom Schlaf sein muthiges Haupt;
Himmlisches Licht
Regnet auf die schmachtende Stadt
Die finstern Dächer vergoldend;
Wonnige Luft in Strömen
Bespült die dumpfigen Mauern
Und scheucht aus steinernen Nestern
Dunkle Wolken gespenstischer Vögel.

O selig,
Zu öffnen die Thore der Stadt,
Genesende Geschwister
Zu führen an den Händen
Zur mutterglücklichen Natur,
Die mit heißem Sonnenmunde
Die bleichen Kinder küßt!

Dann schwärmen wir
Hand in Hand,
Gelockt von fliegenden Wolken,
Den weißen Tauben im Blauen,
Über die jugendfröhlichen Wiesen,
Über der Wälder jauchzende Häupter,
Über den wonnespiegelnden See.

Quelle:
Einsiedler und Genosse von Bruno Wille
Berlin 1894
www.zeno.org Zenodot Verlagsgesellschaft mbH

 

Korn um Korn in deinem Stundenglas.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Und mit jedem Bild des Scheins allgemach entschwinden wird ein Teil von deines Seins innerstem Empfinden, wird mit jedem Wesen, das flüchtig schwebt von hinnen, auch in deinem Stundenglas Korn um Korn verrinnen, - - - wird die Nacht den Ozean finstern Blicks umschweben, wird des Meeres glatte Bahn wogend sich erheben. Dunkel wird's und schauerlich, nun die Farben blassen, nun der Jugend Träume dich, treulos dich verlassen. Da die Stadt rein ausgeplündert war, wollten die Croaten sich auch zum Meister der Festung machen, drangen deshalb durch die niederen drei Tore, bemächtigten sich in der Eile des Kornbodens, unter welchem die Kurfürstlichen Ställe u. Da fing auch der Siebenspitzige Turm mit an, u. das Feuer drang aus demselben in den Lederboden, wo Holz und brennende Materie genug war. In drei Stunden war alles getan. Von allen kurfürstlichen Gebäuden unter der Schösserei u. im Hahnewalde, die nach Beschaffenheit derselben Zeit schön waren, wurden Aschehaufen. Von der Stadt aber, in- u. außerhalb der Ringmauer, blieb nichts übrig, als das Crucifix auf dem Kirchhofe, so Gott auch diesmal erhalten, ferner des Wildpretwärters Haus am Kurfürstlichen Tiergarten, die kleine Begräbniskirche u. dazu noch eine niedrige Hütte am Altstädter Wege. Der Feind, welcher gute Beute gemacht u. unter anderem 186 Stück Pferde u. Vieh mitgenommen, sahe von ferne zu u. dachte, das ganze Schloß würde daraufgehen u. die Leute in demselben entweder verderben oder herausfallen müssen. Aber was die Gottlosen gerne wollten, ist verdorben und verloren. Das Gebet derer, die im freien Felde herumgejagt, in Sträuchern beschädigt u. ausgeplündert oder sonst in Ängsten waren, drang durch die Wolken zum himmlischen Vater. Gott erhörte das Seufzen u. Weinen derer, die in der Burgkapelle auf den Knieen lagen u. die Hände emporhoben. Er ließ wohlgeraten die Arbeit der munteren Weiber, die aus dem tiefen Brunnen (denn das Röhrwasser der künstlichen Wasserleitung hatten die Feinde zerstört und abgeschnitten) Wasser zum Löschen trugen, u. der Männer, die Wasser ins Feuer gossen. Ja, er selbst half löschen u. gab vom Himmel einen gnädigen Regen. Und so ward die Flamme gedämpft, das Herz des Schlosses erhalten, u. obwohl in der Stadt einige verwundet u. getötet, desgleichen vom Feuer ergriffen u. vom Rauche erstickt worden waren, so ist doch auf dem Schlosse keiner Person Leid widerfahren. […]

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O - da hab ich noch was vergessen!.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Glaubst du, daß du hier eine Blume ziehen könntest, Jim? Als sich die wilde Jagd durch die von uns offen gelassene Thüre etwas verzogen hatte, kriegte die arme abgehetzte Frau einen Rohrstock her, klopfte uns, ohne viel zu fragen, die Kleider am Leibe tüchtig aus und wir brauchten dann zwei volle Stunden, um weitere fünfzehn oder sechzehn Ratten zu fangen, die den andern das Wasser nicht reichten an Größe und Schönheit. Es waren eben auserlesen schöne Exemplare gewesen, wie ich nie wieder gesehen habe. Im übrigen aber war er unfähig, zu dem Ruhme seines Hauses auch nur eine Kleinigkeit hinzuzufügen; er fühlte sich nur als Verwalter dieses Ruhmes, ein Gefühl freilich, das ihm unter Umständen Bedeutung und selbst Würde lieh. Wo er für sich und seine eigenste Person eintrat, in den privaten Verhältnissen des alltäglichen Lebens, war er eine wenig erfreuliche Erscheinung: kleinlich, geizig, unschön in fast jeder Beziehung. Von dem Augenblick an aber, wo die Dinge einen Charakter annahmen, daß er seine Person von dem Namen Zieten nicht mehr trennen konnte, wurde er auf kurz oder lang ein wirklicher Zieten. Er war nicht adlig, aber gelegentlich aristokratisch. Dies Aristokratische, wenn geglüht in leidenschaftlicher Erregung, konnte momentan zu wahrem Adel werden, aber solche Momente weist sein Leben in nur spärlicher Anzahl auf. Sein bestes war die Liebe und Verehrung, mit der er ein halbes Jahrhundert lang die Schleppe seines Vaters trug. In diesem Dienste verstieg sich sein Herz bis zum Poetischen in Gefühl und Ausdruck, wofür nur ein Beispiel hier sprechen mag. Auf dem mit Rasen überdeckten Kirchenplatz, etwa hundert Schritte vom Grabe Hans Joachims entfernt, erhebt sich ein hoher, zugespitzter Feldstein mit einer in den Stein eingelegten Eisenplatte. Und auf eben dieser Eisenplatte stehen in Goldbuchstaben goldene Worte. Leblos, sind diese beseelter als die hier lebenden Menschen. Ein Maulesel mit dem Gepäk wird uns auf dem Fuse folgen. Er sagt der Braut ein Wort ins Ohr, und sie erbleicht. Ein Genie ist ja etwas sehr Seltenes und Kostbares. Wie man dabei verfuhr, darüber berichte ich an anderer Stelle. […]

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Ausflug zum Barockschloss Rammenau.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Barockschloss Rammenau, in Rammenau bei Bischofswerda, Landkreis Bautzen eines der schönsten barocken Landschlösser Sachsens, von Johann Christoph Knöffel errichteter, hufeisenförmiger zweigeschossigen Bau mit hohem Mansarddach. Barockschloss Rammenau ruinierte den Bauherrn von Knoch. 1744 ersteigerte Familie von Hoffmann, seit 1778 als von Hoffmannsegg im Reichsgrafenstand das Schloss. 1794 kaufte Friedrich von Kleist das Erbrittergut Rammenau von seinem Schwager Johann Centurius von Hoffmannsegg. Kleist ließ den barocken Garten in einem englischen Landschaftspark umwandeln. Im Innern des Schlosses wurden fast alle Wände im klassizistischen Stil neu gestaltet. Typisch für Rammenau sind wertvolle Tapeten und Wandmalereien. Viele Schlossherren von Rammenau waren naturwissenschaftlich interessiert, auch Johann Centurius Hoffmann von Hoffmannsegg war Botaniker und Insektenforscher. Im Ersten Weltkrieg wird Schloss Rammenau Lazarett. Das Schloss wurde 1945 von der Rote Armee besetzt und Helldorffs durch die Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone enteignet. 1993 kommt Barockschloss Rammenau, Park und Wirtschaftshof in den Besitz des Freistaates Sachsen und zum Staatlichen Schlossbetrieb. Einer der letzten Eigentümer von Schloss Rammenau wurde in der Novelle Der grüne Posern von dem Dichter Borries v. Münchhausen beschrieben. Im Museum im Barockschloss Rammenau finden Ausstellungen und Sonderführungen statt. Ein scharfes Auge erkennt die Türme von Lübbenau im Spreewalde. Dazu ist der ganze Talboden südwärts bis Pirna großenteils mit magerem Heidesand bedeckt, auf dem sich, die Hälfte des ganzen Gebietes einnehmend, das Pillnitzer Tännicht ausbreitet. Nach Norden hinaus schweift der Blick in eine fast endlos erscheinende Ebene. Ganz andere erscheint uns die Landschaft am Steilabfall, der sich von Pillnitz nach Osten zieht und das volle Sonnenlicht von Süden empfängt. Die Wohnung befindet sich im Erdgeschoss eines zweigeschossigen Hauses mit zwei Wohneinheiten. In diesem Teiche, dessen Röhricht und Schilf im Frühlinge und Sommer von zahlreichen Wasserenten belebt ist, entspringt die Prießnitz, die auf ihrem weiteren Lauf die Dresdener Heide durchfließt und ein anmutiges Tal, den romantischen Prießnitzgrund, bildet. Ist die Luft klar, dann schweift bei solchem Wetter das Auge sogar bis in die Oschatzer Gegend, und deutlich tritt am westlichen Horizonte der Kolmberg hervor. Wer Gelegenheit gehabt hat, diese vom Keulenberge aus je beobachtet zu haben, der wird diesen Anblick nie wieder vergessen. Gern suchen dasselbe zu jeder Jahreszeit die Dresdener auf. […]

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