Flügelchen spielen in warmer Sonne


Und ich träume:
Ich bin ein zarter Keim
Und grabe heimlich feine Wurzeln,
Stemme mich rüstig wider die Krume
Und recke neugiervoll mein Köpfchen...

Da blendet und umspült mich
Entzückend goldnes Licht,
So lau, so weich!
Horch, wie jauchzend zwitschern
Die behenden Vöglein!
Mit ihren süßen Kehlen
Hüpft mein Kinderherz.
Und sieh, auf Zweigen sitzen
Viel kleine runde Knospen.
Ich nicke ihnen lächelnd zu;
Sie nicken wieder
Und wollen mit mir spielen.
Und wie wir spielen in warmer Sonne,
Da wachsen den lieben Kleinen
Lauter Flügelchen weiß und rosa,
Und zwischen Zweigen und Blättchen schweben sie,
Duftige Engelchenschwärme.

Quelle:
Einst - Einsiedler und Genosse von Bruno Wille
Berlin 1894
www.zeno.org Zenodot Verlagsgesellschaft mbH

Zufalls Gier den Weg verbaut.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Und wieder tritt das Leben mir mit vorgestelltem Fuß entgegen, und wieder reißt des Zufalls Gier vom Munde mir mein Häppchen Segen. Und wieder ist der Weg verbaut, den meine Hände wühlend schufen. Zum hohen Ziel, das ich geschaut, weist mich kein Pfad, gehn keine Stufen. Gott liebt den Menschen nicht, der frei hinaufsteigt zu den Zukunftspforten. Die Häscher seiner Polizei, des Schicksals, lauern allerorten. Rätsel der Woche: Casanova zweifelt am Zufall. Auch umgangssprachlich wird der Begriff Zufall verwendet, wenn ein Ereignis nicht kausal erklärbar ist. Die christliche Religion setzt keinen freien Willen im Menschen voraus, so weit es sich um die Möglichkeit handelt, sich Gott zuzuwenden oder sich von ihm abzukehren. Paulus, Augustinus und die Reformatoren sind wichtige Vertreter der Willensunfreiheit des Menschen in christlicher Hinsicht. Da diese Willensunfreiheit aber zu Schwierigkeiten mit den Konzepten von Sünde, Schuld und Vergebung führt, wird im heutigen Katholizismus, in manchen nichtreformatorischen Ausprägungen des Protestantismus und in anderen Konfessionen Willensfreiheit positiv vertreten. Aber wenn unsere Entscheidungen zufällig zustande kommen, ist das erst recht nicht, was wir uns unter freiem Willen vorstellen. Von Zufall spricht man dann, wenn für ein einzelnes Ereignis oder das Zusammentreffen mehrerer Ereignisse keine kausale Erklärung gegeben werden kann. Neben Determinismus und Zufall als Naturkräften und den freien Willen des Menschen tritt in religiösen Vorstellungen das Wirken höherer Wesen als weiteres Kausalprinzip. Sophoklesse und HomereS Sangen seines Geistes nur. Schmält nur Goethen nicht und Schiller, Ihr, des engen Eifers heiß, Alle eure Jammertriller ich gern für solche preis. Denn mein Heiland und Befreier Fuhr hinab ins Sündenland, Der die höchste Sternenleier Hat für Lust und Leid gespannt. Der mit ersten Morgenröten Sang der Welten Urgesang, Gönnet auch den Erden flötenIhren kurzen Freudenklang. Denn besiegt hat er die Lüste Und den Lüstensatan nur, Damit jeder fröhlich wüßte, Gottes Klänge klingt Natur; Denn gebracht hat hellre Lieder Darum er dem Erdengraun, Daß die Menschenangesichter Heller sollten um sich schaun. Ha! die Frühlingsbäume stäuben Duft gen Blütenschnee umher, Mich beleben, mich beleiben Will ich voll im Wonnemeer. Alles Heitre blüht und Schöne! Spiele, süßer Sonnenstrahl! Vöglein, singe deine Töne! Bächlein, klinge hell zu Thal! […]

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Wolkenfetzen im Sturm.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Dämmrige Dunkelheit relaxt anhand dieser Ortschaft. Dieses wird sanft, knapp warm, Beginn Dezember. Höllisches Dröhnen erhebt sich wie liefert die Kalte Jahreszeit von den Felsen. Wie ein großer Chor grollt er über die Häuser. Die Gehölze biegen sowie dehnen sich und erhaschen bei seinem Rütteln, alte Äste brechen zu Boden, welches modrig, zu kümmerlich wie kraftlos ist, zerknickt wie dünnes Röhricht. In der Abgrund des Himmels zappeln die verlöschenden Sterne hinter gerissenen Wolken, die wie Flaum hiervon geweht werden. Alles was absolut nicht niet- wie nagelfest ist räumt er auf. Der Himmelskörper wird hiervon geblasen wie auch verkriecht sich nach zusammen gewehten Wolkenstücken. Er stellte bis heute nichts gefrühstückt wie einige Schneeflocken, die ihm in das Maul geflogen, und er sah noch weniger ab, wo das kärgste Mittagbrot herwachsen muss. Das Fechten fiel ihm ausgesprochen schwer, ja schien ihm gänzlich unmöglich, weil er über dessen dunkelgrauen Sonntagskleide, das sein einziges war, einen großen weiten dunkelgrauen Radmantel trug, mit dunklem Sammet ausgeschlagen, der seinem Besitzer ein erstklassiges und romantisches Aussehen verlieh, alldieweil deren lange Zeit schwarze Haupthaare ebenso wie Schnurrbärtchen gewissenhaft gepflegt waren ebenso wie er sich blasser, aber regelmäßiger Gesichtszüge erfreute. Wie die eher kleine Gerda ging ganz sicher wie frischen Mutes voran. Schneeflocken wie schneeweiße Mücken Fahren in Scharen quer im Orkan. Die Schneiderin trug in ihrer Tasche kaum etwas als den Fingerhut, welchen er, in Abwesenheit irgendeiner Hartgeld, alleweil zwischen einen Händen drehte, wenn er der kalten Temperatur wegen die Hände in deine mickrigen Buxe steckte, ebenso wie die Finger schmerzten ihm ordentlich von dem aktuellen Wenden wie Reiben. Denn er zur Verfügung stellte wegen des Fallimentes irgendeines Seldwyler Schneidermeisters seinen Arbeitslohn mit der Arbeit zugleich verlieren wie auswandern sollen. Gut, ich liebte den Tau, seit ich zu denken vermochten. An einem unfreundlichen Novembertage wanderte ein armes Schneiderlein auf der Autobahn nach Goldach, einer kleinen Region, die nur ein paar Std. von Florenz an der Elbe fern ist. […]

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Weg bis zum Dampfboot, in großes Orleans-Boot, Cincinnati-Boot oder ein St. Louis-Boot.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Während des Nachmittags kamen zwei kleine Dampfer, aber sie waren nicht weit her; endlich kam ein großes Dampfboot, und wir riefen es an. Ein Kahn wurde uns zugeschickt, und wir gingen an Bord. Das Dampfboot kam von Cincinnati. Als der Kapitän hörte, daß wir nur vier bis fünf Meilen mitreisen wollten, wurde er sehr ärgerlich, fluchte und sagte, er würde uns dort nicht ans Land setzen. Der König blieb ruhig und sagte: Wenn Herren im stande sind, einen Dollar per Meile à Person zu bezahlen, um in einem Kahn geholt und abgesetzt zu werden, so ist wohl auch ein Dampfboot im stande, sie mitzunehmen, nicht wahr? Tatsächlich erschien 1838 im Hamburger Pappe-Verlag eine Ausgabe, in der ein Nachdruck des Danziger Dampfboots vom 14. April 1838 enthalten war. Dieser Nachdruck enthielt auch die Geschichte Der gespenstige Reiter. Ein Reiseabenteuer. Der Handlungsort dieser Geschichte, die auffällige Parallelen aufweist, liegt jedoch nicht an der Nordsee, sondern an der Weichsel. Dies würde erklären, warum Storm seine Novelle Der Schimmelreiter nicht in seiner Sammlung Neue Gespenstergeschichten aufnehmen wollte. So baute sie 1819 die erste größere Dampfmaschine mit einer Leistung von 12 Pferdestärken, 1830 das erste in eigener Werft produzierte Passagierdampfboot, die Stadt Mainz und 1840 die erste Lokomotive, die Ruhr. Unter ihren Auspicien hat sich der Lieutenant, jetzt Kapitän Speke, mit dem Hauptmann im indischen Heere, Herrn Grant, vereinigt; sie haben sich an die Spitze einer zahlreichen, trefflich ausgerüsteten Expedition gestellt und sollen jetzt den Auftrag ausführen, über den See zu setzen und dann nach Gondokoro zurückkehren; man hat ihnen Subsidien im Betrage von über fünftausend Pfund gewährt, und der Gouverneur des Caplandes stellt ihnen hottentottische Soldaten zur Verfügung. Die oft der Novelle zugeschriebene Legende, dass der Schimmelreiter immer dann, wenn am Deich Gefahr drohe, auf einem Schimmel zu sehen sei, findet sich nicht bei Storm, sondern nur in der Geschichte von 1838. […]

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Brief von Kapitän Gulliver an seinen Vetter Sympson.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Du oder Dein Textfälscher hätten bedenken sollen, daß, da es nicht meiner Neigung entsprach, es auch nicht schicklich war, irgendein Lebewesen unserer Art über meinen Meister Hauyhnhnm hinaus zu loben; und zudem war der Sachverhalt gänzlich falsch; denn meines Wissens - ich war während eines Teils der Regierung Ihrer Majestät in England - regierte sie wirklich durch einen Hauptminister, ja sogar durch zwei aufeinanderfolgende, von denen der erste Lord Godolphin und der zweite Lord Oxford war; so daß Du mich also hast etwas sagen lassen, was gar nicht zutrifft. Meist nur in einer Auflage von 500 Stück gefertigt, verschenkte der Erzherzog diese bibliophilen Raritäten an Freunde, Mitarbeiter und sonstige, an seiner Arbeit interessierte, Personen und Institutionen. In Deutschland ist diese Nebelform vor allem im Spätfrühling an der Ostsee anzutreffen und durch Advektion warmer Luft aus dem südeuropäischen Raum bedingt. Der eigentlich über dem Wasser lagernde Nebel wird dann an die Küsten advehiert und kann mehrere Kilometer ins Landesinnere reichen. Ein solcher Küstennebeleinbruch ist von einem erheblichen Wechsel von Sicht- und Temperaturbedingungen geprägt und tritt zudem überaus plötzlich auf, kann also zu erheblichen Gefahren vor allem im Straßenverkehr führen. Zudem ist durch die vergleichsweise kleinen Tröpfchengrößen des Küstennebels eine erhebliche Helligkeitsreduktion zu erwarten. Die vor allem im Herbst anzutreffende Situation noch recht warmer Wassertemperaturen und vergleichsweiser kalter Luft führt zum Warmwassernebel, bei dem im Regelfall Mischungsprozesse dominieren, weshalb er auch hier eher den Mischungsnebeln zugeordnet wird. Denke immer wieder nach, ob über Ungarn, Rumänien, Bulgarien oder über die Ostsee. Alles ist ein Spiel mit dem Leben. Die Chancen stehen 1:100; bin sehr am Überlegen, was der beste Weg sein könnte. Im Sommer ist es warm, doch die Nächte wieder kurz; im Winter kalt, die Nächte länger. Die Wochen vergehen. Das harte Training beim Jodo und Boxen, die Belastungen während der ganzen Woche, vier, manchmal fünf Mal Training nimmt man auf sich. Der Körper hat sich daran gewöhnt und man kommt nicht zum Grübeln. Für was eigentlich das alles? Man kann den Urlaub nicht dort verbringen, wo man gerne möchte. Das, was man braucht, gibt es nicht zu kaufen; nur durch Beziehungen kann man Glück haben. Hungern braucht man natürlich nicht, aber was nützt das. Das Einzige, was mir noch Spaß macht, ist der Sport, wodurch ich auch viel Freude habe. […]

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Festungstor.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Zur Linken ein steinernes Festungstor; aus moosiger Mauern Kranze blickt das Gesicht der alten Zeit - das ist die Heydenschanze. Zur Rechten das weite, blauende Meer, darüber die Möwen kreisen, drauf spielt der trotzige Harfner Sturm uralte Freiheitsweisen. Da die Stadt rein ausgeplündert war, wollten die Croaten sich auch zum Meister der Festung machen, drangen deshalb durch die niederen drei Tore, bemächtigten sich in der Eile des Kornbodens, unter welchem die Kurfürstlichen Ställe u. Gott erhörte das Seufzen u. Was war es aber für ein schrecklicher Anblick, da der Feind sich unsichtbar gemacht u. die verarmten Leute vom Schlosse u. von den Feldern auf den Brandstätten zusammenkamen! Und so ward die Flamme gedämpft, das Herz des Schlosses erhalten, u. obwohl in der Stadt einige verwundet u. getötet, desgleichen vom Feuer ergriffen u. vom Rauche erstickt worden waren, so ist doch auf dem Schlosse keiner Person Leid widerfahren. Aber was die Gottlosen gerne wollten, ist verdorben und verloren. Das Gebet derer, die im freien Felde herumgejagt, in Sträuchern beschädigt u. ausgeplündert oder sonst in Ängsten waren, drang durch die Wolken zum himmlischen Vater. Er ließ wohlgeraten die Arbeit der munteren Weiber, die aus dem tiefen Brunnen (denn das Röhrwasser der künstlichen Wasserleitung hatten die Feinde zerstört und abgeschnitten) Wasser zum Löschen trugen, u. der Männer, die Wasser ins Feuer gossen. Ja, er selbst half löschen u. gab vom Himmel einen gnädigen Regen. Unzählige Thränen flossen aus den Augen aller, u. wer noch des andern Tages sich auf den Gassen umsehen wollte, konnte mit unbedeckten Füßen auf dem erhitzten Pflaster nicht fortkommen. Weinen derer, die in der Burgkapelle auf den Knieen lagen u. die Hände emporhoben. Der Feind, welcher gute Beute gemacht u. unter anderem 186 Stück Pferde u. Vieh mitgenommen, sahe von ferne zu u. dachte, das ganze Schloß würde daraufgehen u. die Leute in demselben entweder verderben oder herausfallen müssen. Nichts war jammernswerter, als der Anblick so vieler Leichen u. der Verlust an Eltern, Ehegatten u. allernächsten Freunden. […]

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